Donnerstag, 5. Mai 2011

LästerSchwester, du bist vogelfrei!... und alle Anderen auch!

Alle machen es. Keine kann sich ausschließen. Auch hat es jeden sicher schonmal betroffen. Nur, wer will ernsthaft etwas daran ändern? Lästern ist Teil unseres Alltags. Allgegenwärtig! Beängstigend?

Hand aufs Herz, wer will, dass über ihn gelästert wird? Wer heißt es gut hinter dem Rücken des betroffenen Gehässigkeiten hochzuschaukeln und um sie letztendlich auch noch zu verfälschen? Nicht, dass nur schlecht geredet wird. Oft sind viele daran beteiligt und es kommt unweigerlich zum "Flüster-Post-Effekt". >> Gehässiges wird immer schlimmer und dramatischer. Selbst die Medien machen keinen Halt. Ganze Formate leben von diesen Gesellschaftskrankheiten Lästern und Tratschen. Bild-Zeitung, Boulevard-Magazine im Fernsehen und komplette InternetCommunitys, alle haben sie sich die Zunge zur Waffe gemacht und feuern ohne Rücksicht auf Verluste.

"Wir tauschen doch nur Informationen aus", "Wir halten uns am Laufenden bezüglich unserem sozialen Umfeld", "Ach, das macht doch jeder" und "Das ist doch alles nicht so wild" sind die gängigsten Ausreden. Wir blind beziehungsweise taub muss man sein um solch Aussagen entgegenzubringen?

1. Informationsaustausch:
 Jemals was von den 3 Sieben des Sokrates gehört? Offensichtlich nicht! Sie sind das ultimative Werkzeug gegen jegliche Art an hirnloser Kommunikation, zu welcher Lästern und Tratschen ohne Zweifel gehören.

Zum weisen Sokrates kam einer gelaufen und war voll Aufregung: “Höre, Sokrates, das muß ich dir erzählen, wie dein Freund …”"Halt ein!”, unterbrach ihn der Weise, “hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?”"Drei Siebe?”, fragte der andere voll Verwunderung.”Ja, guter Freund, drei Siebe! Laß sehen, ob das, was du mir zu sagen hast, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?”
“Nein, ich hörte es erzählen und …”
“So, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft, es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst – wenn es schon nicht als wahr erwiesen -, so doch wenigstens gut?”
Zögernd sagte der andere: “Nein, das nicht, im Gegenteil …”
“Hm”, unterbrach ihn der Weise, “so laß uns auch das dritte Sieb noch anwenden und laß uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so erregt!”
“Notwendig nun gerade nicht …”
“Also”, lächelte der Weise, “wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut, noch notwendig ist, so laß es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!

Schön ist der letzte Satz in dem Sokrates sagt: "...belaste dich und mich nicht damit!". Ich behaupte jetzt mal, dass jemanden der sich häufig dem Lästern hingibt, nicht viel am Gegenüber liegt. Sonst würde er nicht im Nächsten Moment über den vorherigen Gegenüber lästern. Vielleicht geht ihm hierbei ein Licht auf. Er belastet nicht nur den, welcher Inhalt des Lästerns ist, auch nicht nur den, welchem das Lästergut mitgeteilt wird, sondern auch sich. Er lädt sich eine Schuld auf, welche ganz schnell den Spieß umdrehen kann auf. Es geht hier nichtnur um die christliche Sicht auf die Dinge, der Versündigung. Es geht auch darum, dass man mit jedem Lästern ein bisschen mehr seines Vertrauens, welches ursprünglich mal in einen gesetzt war verplappert. Von einem Schlag auf den Anderen kann man selbst Inhalt einer Lästerrei werden. Zeige mir einen Menschen der das will und ich zeige dir einen Menschen der in seiner Entwicklung wichtige Dinge verpasst hat.

2. Auf dem Laufenden halten:
 Verläuft euer Leben so langweilig, dass man sich den Mund über andere zerreißen muss? Gibt es keinen interessanteren, wichtigeren Inhalt zum Austauschen? Oder ist es euch unangenehm diese Inhalte anzusprechen? Schließlich könnte ja der Andere diese Inhalte schnell wieder verlästern und weiter tratschen. Hier schließt sich der Kreis wieder. Solange ihr lästert, werdet ihr Inhalt von Lästerein sein. Da gibt es Menschen, welche sagen, es gäbe keine Hölle. Aus eurem Mund spricht die Hölle. Jedesmal, wenn ihr über Jemanden herzieht, kann man den Schwefelgestank förmlich riechen, und das trotz Wrigleys 5 GUM zwischen den Zähnen.

3. Die "Alle machen es so"-Erlaubnis:
Die Häufigkeit einer Tat rechtfertigt nicht die Tat selbst. Hier gelten nicht die Regeln der Marktwirtschaft. Diese besagt, wenn viele etwas kaufen wird es billiger. Wenn viele Bürger Steuern hinterziehen würden würde der Innenminister sich hüten, die Strafe dafür herabzusetzten. Eher würde er sie erhöhen. Keine Logik der Welt kommt in so einem Fall mit. Den Klassiker mit dem: "Wenn alle Anderen aus dem Hochhaus springen springst du auch hinterher?" spare ich mir.

4. Die notorischen Schönredner:
Es sagte mal Jemand zu mir, dass Lästern über Vorgesetzte oder Kollegen auch sehr erleichternd sein kann. Es einen förmlich befreit, schlecht über den Anderen zu reden. Erst nach der Lästeraktion könne man sich wieder au das eigentliche besinnen.

Ich hätte ihm das fast abgekauft. Es klingt im ersten Moment echt gut und vernünftig. Aber dann was da wieder dieser schwefelige, nach Fäulnis riechende Geruch. Paulus schrieb in einem seiner Briefe in der Bibel, in dem an die Gemeinde in Ephesus folgenden Satz:

Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören. Eph. 4,29
Anscheinend ist das Problem schon seit über 2000 Jahren bekannt und trotzdem kapiert es keiner einzudämmen. Schaffen wir es? Können wir uns am Riemen reißen und an den Lästerreien vorüber gehen?

In meinem Beruf ist Teamwork sehr wichtig. Man ist fast nie alleine und ist auf die Kompetenz und Bereitschaft der Kollegen angewiesen.  Als gäbe es nicht schon genug LästerreinenGegener eine Gruppe zusammenschweißt und ein starkes Wir-Gefühl erzeugt. Dieses Wir-Gefühl kennt man auch von Fan-Sportveranstaltungen. Fußballfanclubs, Weltmeisterschafts-Public-Viewing und dummerweise auch Arbeitsplatzteams geben uns dieses eigentliche gute Gefühl. Eigentlich gute Gefühl?

Ich glaube es hängt vom Erzeuger des Wir-Gefühls ab, ob es ein gutes Wir-Gefühl ist. Beim Fußball oder Eishockey finde ich es super. Die sympartisierte Mannschaft schießt ein Tor, der Gefühl ist auf dem Höhenflug. Die deutsche Nationalmannschaft triumphiert über Argentinien, die Autokorsos nehmen kein Ende mehr und es ist einfach toll Teil davon zu sein. Aber feiern wir, die Mitglieder des anderen Teams zum Feindbild zu machen? Wir sticheln unsere Kollegen an, mitzumachen. Wenn sie es nicht machen, sind sie schnell ausgegrenz und ebenfalls Opfer von Lästerrei und Angriffen. Was gibt es Schlechteres was einer Gruppe wiederfahren kann?

Ich entdecke mich immerwieder in der Rolle des "Nicht-mit-Lästerers". Und wenn ich dadurch ausgegrenz werde, dann werde ich das gern. Wichtig ist es, dass man dem guten Ideal, was man sich gesetzt hat treu zu bleiben. Nur so sind die Revolutionen bisher geglückt. Es gab immer einen, welcher den Missstand benannt hat und so die Leute zum nachdenken brachte. Martin Luther, Martin Luther King und viele andere Namenlosen könnten so die Welt zum besseren drehen. Dem Bösen auf ihrem Boden keinen Halt geben.  So wie die Lästerer keine Rücksicht auf Andere nehmen, so dürfen die Revoluzzer gegen die Lästerei und den Tratsch keine Angst vor der Konfrontation haben. Schlagt jedem, welcher dem Tratsch nachgibt die Thesen an die Stirne wie rücksichtslos ihr Verhalten ist. Wer tatenlos bleibt macht sich mitschuldig, das ist wie bei "unterlassener Hilfeleistung" in der deutschen Gesetzgebung.

Rottet die Gesellschaftsseuche mit dem fauligen Gestank aus eurem Umfeld aus! Denn, was zum Mund hineingeht, das macht den Menschen nicht unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein. << Und das stammt nicht aus meiner Feder. Es geht um eine Entwicklung in uns allen. Wir müssen Verstehen, wie dumm wir uns im Moment des Lästerns und z.B. lesen der Bild verhalten. Selbstverseuchung unseren Denkens und Handelns, das ist das Resultat daraus. Hirnrissig oder? Es geht nicht nur darum, dass man seine Mitmenschen aufs Lästern aufmerksam macht, es geht auch darum bei sich selbst Acht zu haben. Seid also nicht beleidigt, wenn euch jemand zeigt, wo ihr euch falsch verhalten habt, sondern seht es als Chance, das Problem zu erkennen und es ab sofort auszuschalten.

In diesem Sinne behüte der Herr meinen Mund und bewahre 
meine Lippen, eher will ich ihm Lob und Ehre damit bringen.



servas & by niesreiz (original written by niesreiz)
Alle von mir geschriebenen Texte sind frei von copyright!   


Mittwoch, 4. Mai 2011

Voll Normal? Kontra geben und zwar TOTAL!

Wer ist Mr. Normal in Deutschland? Natürlich der Otto, der Normalsverbauchers Otto. Es ist der absolute, mathematische Durchschnitt aller Deutschen, bzw. ihres Kaufverhaltens. Er ist laut Wikipedia die fiktive Person, die die durchschnittlichen Bedürfnisse der Bevölkerung hat. Aber gibt es ihn wirklich, den Otto? Laut Wikipedia ist er scheinbar in der 1980er-Jahren verstorben.
Zitat: "Seit den 1980er-Jahren beobachtet die Marktforschung jedoch ein unberechenbareres Konsumverhalten in der Bevölkerung. Der Verbraucher pendelt frei zwischen Gruppen, orientiert sich an Trends, oder auch nicht. Alles ist möglich. Die Entwicklung geht vom Otto Normalverbraucher zum Markus Möglich". [ http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Normalverbraucher ]
Der Anspruch den Verbraucher zu berechnen steigt also für die Marktforscher. Damit lassen sich auch die häufigen Telefonanrufe von Umfrageinstituten erklären. Nebenbei bin ich immerwieder erstaunt, mit welchem Talent diese Telefonisten mich im Moment des Verlassens meines Heimes mit ihrem Anruf erwischen. Warum arbeiten diese talentierten Telefonisten nicht bei Paketlieferdiensten, welche mich grundsätzlich verfehlen, weil ich eben nicht daheim bin? Zurück zum Thema.

Ich habe mal gelernt, wie sich Normalität mathematisch, graphisch dastellen lässt, also wie sie Definiert ist. Der gute alte Herr-10-Mark-Schein hat diese Definition aufgezeigt, Johann Carl Friedrich Gauß. Er ist der Schöpfer der sog. "Gaußschen Glockenkurve der Normalverteilung". Diese Kurve ist aus meinem ganz persönlichen Lieblingskapitel der Mathematik, der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Wobei ich diese Kurve nachvollziehen kann, ganz im Gegenteil zum Rest dieses Mathematikzweiges.

Ich versuche jetzt einmal eine sehr vereinfachte Version mit meinen Worten zu bescheiben, so dass es jeder kapiert. Auf eine Linie mit den Werten von 0 bis 100 ist alles zwischen dem Wert 5 und 95 Innerhalb der Glockenkurve. Bei dem Wert 50 ist die am höchsten, was dafür steht, dass hier die größte Ansammlung an Normalität herrscht. Sozusagen der Gipfel der Normalität. Alles außerhalb den Werten 5 & 95 entspricht nicht der Norm. m Umkehrschluss bedeutet dies, dass Normalität an der Allgemeinheit gemessen wird. Der Mainsteam (deutsch & Bezug: gesellschaftliche Hauptströmung) entscheidet also über das was wir mit "Normal" bewerten.

Der Mainstream ist jedoch nicht immer & überall gleich. Das sehen wir daran, dass zum Beispiel daran, dass unser deutscher Mainstream Demokratie normal findet, der Mainstream vor 70 Jahren  fand in gleicher geographisch-ethnischer Lage jedoch den Absolutismus und Diktatur normal. Im alleinigen geographisch-ethnischen Unterschied ist die Diktatur in Nordkorea (aus deren Sicht) normal, ohne dies positiv zu bewerten. Was Normal ist wird von der jeweiligen Gesellschaft als akzeptabel oder gut abgesegnet.

Der Zwang der Normalität ist es Alles und Jeden möglichst nah an den Wert 50 zu bekommen. So funktionieren nahezu alle Standartisierungsverfahren der heutigen Zeit. Es gibt Bereiche da ist es durchaus gut. In in einem Krankenhaus zum Beispiel macht es Sinn, das Abläufe standardisiert sind. Dadurch bekomme ich eine klaren Ablauf schon im Vorraus aufgezeigt und kann diesen checklistenmäßig abarbeiten.

Aber muss ich alles der Norm entsprechend handhaben? Ist es erlaubt die Norm zu hinterfragen und es gezielt, bewusst anders zu machen? Ist gegen den Strom "Mainstream" schwimmen erlaubt? Normen hängen immer mit Werten zusammen. Diese hängen mit vielen Faktoren zusammen. Kultur, Religion, persönliche Erfahrungen usw.

Im Post "Schnäppchenjagt" kommt eine bewusste Normabweichung auf. Ein guter Freund schrieb mir nach der Veröffentlichung des Eintrages, dass er gleich an seinem Briefkasten seiner neuen Wohnung einen "keine Reklame"-Aufkleber anbrachte. Die Auflage der Reklameprospekte spricht jedoch gegen die Normalität dieser angebrachten Aufkleber. Ich möchte darauf hinaus, dass man seinen Alltag, sein Leben mal von der Seite betrachtet. Was beeinflusst uns? Was lenkt unsere Wege, dass sie so verlaufen, wie sie verlaufen?

Leben wir Normalität aus dem Gruppenzwang heraus? Sind wir darauf angewiesen, dass wir zu der größten Gruppe der Gesellschaft, der Normalo-Gruppe angehören? Streben wir nach dem Wert 50? Ich möchte mutig machen, mutig für einen Ausstieg aus der Normalo-Gruppe. Raus aus dem Einheitsbrei. Wie können neue Gruppen entstehen, wenn alle nur einer hinterherrennen?

Nach dem bisher Aufgestellten ist es Normal die Fernsehsendung Germanys NextTopmodel zu sehen. Es ist Normal, also von der Gesellschaft als gut abgesegnet, diese Werbesendung für Bulämie, leere Versprechungen, Karrieregeilheit und Selbsthass zu sehen? Ich kann diese mediale Kreation aus dem Hause Pro7 einfach nicht einordnen. Es hat keinen informellen Wert. Es bringt mich nicht zum Lachen, Der Ablauf dieser Sendung hat keinerlei Relevanz. Stattdessen zerreißt man sich das Maul über die Teilnehmer, macht sie zum Feindbild oder Sympatieträger um hirnlosen Gesprächsstoff zu produzieren. Lästern und ein utopisches, oberflächliches Schönheitsideal wird dem Mainstream als Normal verkauft. Horror, und das jeden Donnerstag Abend in deutschen Wohnzimmern. Germanys NextTopmodel und die Bildzeitung stehen in meinem persönlichen Ranking weit weit unten und das aus gutem Grund.

Es liegt an jedem von uns, ob er zum Beispiel Germanys NextTopmodel mit seinem Tastendruck auf die Fernbedienung und seinem Gesprächsstoff drüber unterstützt oder nicht. Das ist in allen Situationen so. Es liegt in unserer Hand, ob wir solche Geschwüre der Normalität absegnen oder uns bewusst dagegen entscheiden. Wir sollten keine blinden Gipfelstürmer des Wertes 50, dem Gipfer der Normalität sein.

Soch ist Normalität nicht das Problem, sie ist ledigleich Anzeiger dafür, was gerade den Mainstream taugt. Wir haben zwei Möglichkeiten. Der Mainstream wird so gelenkt, dass er die Geschwüre wie Germanys NextTopmodel oder Rechtsradikalismus weit über die Werte 5 und 95 hinausschubst oder jeder einzelne entscheidet sich bewusst gegen die Problemzonen innerhalb der Normalität. Da der Mainstream von den gleichen gesteuert wird, welche die Bild und die Bulämiewerbung senden, bleibt uns nur die bewusste, persönliche Entscheidung übrig. Wenn der Einzelne seinen Normalitätsgipfel verschiebt, was jedem offen steht, kann er Einfluss nehmen. Er kann auch Vorbild für andere sein.

Als Beispiel: Wenn die Bild beim Wert 50 stehen würde, wäre mein Gipfel beim Wert 5 oder 95, also weit weg von ihr. Wenn Rechtsradikalismus auf der Normalskala beim Wert 96 steht (also außerhalb der Glocke) ist mein Gipfel trotzdem weit weg davon. Versteht ihr, was ich mein? Das Richtige zu tun, hat nichts damit zu tun, ob es alle so machen. Der Mainstream mag Einfluss darauf haben, was gesellschaftlich akzeptiert wird und was nicht, aber jeder hat selbst Einfluss darauf, ob er das Richtige tut. Lasst euch nicht blenden von der grell scheinenden Normalität, nicht alles ist so toll daran. Setzt die ultimative Sonnenbrille auf und prüft all das, was euch begegnet. Und habt auch mal den Mut der Norm zu widersprechen oder stellt dem was ihr entspricht auch mal ein Bein, so ich mein Bein auch gerade ausstrecke.

Zum Weiterdenken im christlichen Sinne empfehle ich: Bibel >> Epheserbrief 6,12-18 <<



servas & by niesreiz (original written by niesreiz)
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Samstag, 16. April 2011

Schnäppchenjagt um jeden f*cking Preis

Heute ist Samstag, kein richtiger Werktag aber auch noch kein komplettes Wochenende. Typisch Samstag ist, dass ein ganzer Pack an Prospekten ins Haus segelt. Aldi, Netto, Lidl, Marktkauf, Möbelhäuser aller Art, E-Center und so weiter. Logischerweise preisen diese Blätter die Produkte in ihrem Geschäft zu den günstigsten Preisen an. Schnäppchen, Schlussverkauf, Sonderpreis, Reduzierte Ware, das sind die Stichworte, welche uns suggerieren sollen, dass wir, wenn wir jetzt nicht sofort kaufen würde, Geld verlieren.

Geld verlieren, wenn ich etwas nicht kaufe? Prospekte rechnen mir vor, was ich spare wenn ich das "Produkt Nr.1"  kaufe, obwohl ich es vielleicht gar nicht brauche. Woher sollte das Prospekt wissen, welche Anschaffungen meinem Haushalt gerade anstehen. Es soll tatsächlich Konsumenten geben, welche daraufhin einkaufen gehen. Sind die Menschen für ihren eigenen Bedarf blind geworden und Schnäppchenprospekte sind ihre einzigst lesbare Blindenschrift?

Hatten wir nicht erst eine Lektion in "wir wollen immer nur das, was uns am Wenigsten kostet aber am meisten einbringt"? Stichwort: Weltfinanzkrise? Alles schon wieder vergessen, Schnee von gestern? Weggeschmolzen und in der Erde / Kanalisation verschwunden? Alle sind wieder froh, dass das Geld anscheinend wieder da ist. Wir sonnen uns im Schein des Mammon, welcher nach dem Finanzkrisenschnee von gestern den Frühling einläutet. Denkt keiner dran, dass nach dem Winter, vor dem Winter ist? Die nächste Krise wartet.

Warum hat es 2(!) Weltkriege gegeben und das knapp hintereinander? Hätte es der Mensch nicht schon aus dem Ersten lernen müssen, dass das ganze Unsinn ist? Brauchen wir eine zweite Krise um es zu checken? Und steht nach der zweite Krise dann auch der kalte Finanzkrieg an, welcher die Welt mal wieder nahe an den Untergang bringen wird?

In unseren heutigen Zeit haben die Worte: Sparen, Kosten-Nutzen-Effizienz, Wachstum ein gutes Image. Selbst in meiner Ausbildung zu einem Beruf im Gesundheitswesen, ein Beruf in welchem es eigentlich nicht ums Geld gehen sollte, mussten wir betriebswirtschaftliche Lehren wie Kosten-Nutzen-Rechnung lernen. Themen wie Effektivität und Effizienz spielen eine viel zu große Rolle wenn es um das gesundheitliche Wohl der Menschen steht. Uns wurde vermittelt, dass selbst im Sektor Gesundheit ohne Moos nicht los sei. Traurig für einen Staat welcher sich "freiheitlich-demokratischer und sozialer Rechtsstaat" nennt.

Die Leitgedanken der Gesellschaft sind Leistung, Wachstum und Gewinn. Kapitalismus wird zur Religion. Aber ist es wirklich erstrebenswert bis ins Unermesslich zu wachsen? Kann man immer nur gewinnen und dadurch wachsen? Pflanzen wachsen nur so viel, wie es an Platz und Ressourcen gibt. Manche Pflanze steht auf sandigem Boden und wird deshalb nicht so groß, eine andere auf sehr fruchtbarem Boden wird doppelt so groß. Und nun kommt der entscheidende Unterschied. Die kleine Pflanze ist zufrieden damit. Sie arbeitet effizient, also im Maß für ein Ergebnis unter Berücksichtigung der eingesetzten Mittel. Wenn der Mensch jedoch effizient sein will, muss die kleine Pflanze genau so groß sein, wie die, welche im fruchtbaren Boden steht. Was ist das? Wie heißt dieses Phänomen? Das ist der Neid und die Habgier. Die zwei schlimmsten Geschwüre, seit Anbeginn der Menschheit.

Wer Kinder hat, liest ihnen bestimmt Märchen vor. Denn sie sind unterhaltend und vermitteln Werte, welche man seinen Kindern gerne vermitteln möchte. Gern wird das Märchen "Die Sterntaler" für so einen Zweck hergenommen. In Kurzform: Ein armes Waisenkind, das außer einem Stück Brot nichts besitzt, geht in die Welt hinaus. Unterwegs verschenkt es sein Brot, dann seine Mütze, sein Leibchen, sein Röckchen und schließlich auch sein Hemdchen an andere Bedürftige. Da fallen die Sterne als Silbertaler vom Nachthimmel, und es hat ein neues, feines Leinenhemdchen an, in das es sie aufsammelt. Das Märchen soll vermitteln, dass man Selbstlos und Nächstenliebend handeln soll, auch wenn sich kein eigener Vorteil daraus ergibt.

Welcher Vater oder welche Mutter hält sich dran, wenn er/sie erbitternd um jeden müden Cent handelt.  Wenn er/sie mehrere Prospekte durchforstet um den günstigsten Preis für ein Produkt zu finden. Da sind 5 Cent entscheidend. Wo kriege ich nebenbei noch mehr Payback-Punkte als beim Konkurrenten und kann mir somit wieder neue Schnäppchen aus dem Payback-Katalog aussuchen? Haben die Eltern nicht auch mal die Geschichte zu hören bekommen? Sie erwarten doch, dass ihre Kinder etwas aus dem Märchen lernen. Hoffentlich mehr als sie.

Unser Wohlstand beruht auf der Armut der Anderen. Woher kommen den die Angebote, die billigen Waren, welche uns so Gut & Günstig erscheinen? Ist uns Qualität aus der Heimat noch etwas Wert? Bauernladen oder Aldi? Bäcker aus dem Ort oder Aufbackbrötchen? Ein bewussteres Kaufverhalten ändert in meinen Augen schon viel. Der Markt muss irgendwann reagieren, wenn er auf seinen Waren plötzlich sitzen bleibt. Nachfrage regelt das Angebot, hieß es mal, nicht andersherum! Wälzen wir noch jeden Samstag die Schnäppchenblätter durch auf der Suche nach "Sparmöglichkeiten"?

Geld wächst nicht, wenn man es in einem Topf vergräbt und regelmäßig gießt. Geld kann man nicht essen. Geld kann man nicht anziehen. In Geld kann man nicht wohnen. Warum horten wir es dann? Wozu legen wir Geld an? >> Wenn wir ein Haus als Altersvorsoge bauen und es kommt eine neue Krise. Dann haben wir unser Haus. Kein Geld, kein Essen, nichts zum Anziehen. Das Haus ist nichts Wert, weil alle anderen auch kein Geld haben. Kannst du dein Haus essen? Es liegt an uns allen, dass wir gegenlenken. Mit Schimpferein auf die Politik ist es nicht getan. Lieber sollte jeder mal Hinterfragen, für was er Geld ausgibt und was er davon hat. Ein bewussteres Leben in allen Facetten.

Ich gehe in Zukunft zum Metzger meines Vertrauens, zum Bäcker meines Vertrauens und zahle in Zukunft auch den Preis, was die Ware wert ist. Ich kaufe, wenn ich etwas brauche, nicht weil es billig ist und dann ein Staubfänger. Ich gebe mein Geld aus, denn dafür ist es geschaffen worden.

Lasst den Revoluzzer aus euch heraus! Lasst euch nicht vom Kapitalismus untertan machen!


servas & by niesreiz (original written by niesreiz)
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Donnerstag, 14. April 2011

Was will denn der mit seinem Blog?

"Was ist eigentlich ein Blog?"

Das fragte mich heute meine Freundin, als ich ihr stolz von meinem neuen Sprachrohr erzählt habe. Tatsächlich gibt es wohl mehrere, welche zwar das Wort "Blog" kennen, aber keine genaue Vorstellung von einem Blog und dem Werk dahinter haben. Grund genug, dies zu klären.

In dem ersten Eintrag in diesem Blog, genauso wie in den ersten Zeilen dieses Eintrages spitzten die ersten Hinweise auf das, was dieser Blog ist beziehungsweise, was er in meinen Augen ist. Dieser Blog soll einen Zugang zu meinen Gedanken, Werten, Ärgernissen und Wetlanschauung sein. Wenn ich das so stehen lasse klingt das sehr egoistisch. Es geht aber um mehr. Ich möchte den Menschen, welche es interessiert einen neuen Blickwinkel geben. Ich glaube, wenn man Situationen, Gegebenheiten und Gedanken aus verschiedenen Blickwinkeln ansieht, bekommt man einen besseren Überblick.

Ein Boot, welches einen Touristen in NewYork zur State of Liberty bringt, wir sicher nicht nur zum Ankerplatz der Insel fahren, sondern auch mindestens einmal eine Runde um diese Insel mit dem bedeutungsvollen Wahrzeichen drehen. Zumindest würde ich mir das von dem Bootsführer wünschen. So kann ich als Tourist die ganze Statue in Augenschein nehmen und bekomme einen besseren Eindruck von ihr.

So ist es in anderen Situationen des Lebens auch. Wenn ich mich einfach hinstelle und sage, dass ich keine Geburtstagsfeier möchte und würde es nicht fortführen warum, würde ich auf großes Unverständnis treffen. Mit diesem Blog finde ich nun die Möglichkeit meine Sicht und meinen Ärger zu diesem Thema für alle, welche es interessiert offen zu legen. Das ganze hat nebenbei auch noch die Möglichkeit, dass ich ununterbrochen meinen Standpunkt aufbreiten kann. Es kann trotzdem jeder am Ende etwas hinzufügen. Ich glaube, jeder kennt den Eifer im Gespräch, sofort etwas zu dem gerade Gesprochenen hinzuzufügen, obwohl der Gegenüber noch im Redefluss ist. Ich persönlich muss mich ebenfalls immerwieder aufs neue zusammenreisen.

Ich bin ein Fan der deutschen Sprachkultur, der vielen Dialekte und Wort- & Sprachspielerein. Ich bin kein hochgebildeter Poet der alle deutschen Dichtkunstwerke kennt. Ich habe es sogar gehasst, im Deutschunterricht Gedichte auswendig lernen zu müssen. Auch war ich nie ein guter Rechtschreiber, ich hoffe ich kann dies ein wenig kaschieren ;-) Diktate waren für mich nahezu immer eine garantiert schlechte Note. Ich glaube, die deutsche Sprache mit all ihren Facetten ist mehr als das, was man in der Schule gelehrt bekommt. Begeistert lausche ich PoetrySlams, bemerke Wortwitze, welchen anderen im Trott des Alltags untergehen und schreibe hier in einen Blog.

An alle Deutschlehrer da draußen: Bitte macht es nicht so wie meine Deutschlehrer. Macht euren Schülern die Freude an Deutsch nicht kapput. Schaut sie euch genau an und überlegt, ob der eine nicht besser Referiert und der andere nicht ein besserer Rechtschreiber ist. Verlangt aber bitte nicht vom Referat-Ass ein Diktat. Irgendwann kommt einer von euch in die Postition, den Lehrplan so zu beeinflussen, dass man es retten kann. Ich hatte Glück, dass ich trotz 10 Jahren nervigen Deutschunterricht doch wieder zurück zufinden.

Mit diesem Blog möchte ich neue Gedanken anregen, machmal auch provozieren. Mein Ziel ist es nicht, mein Ego mit vielen Blog-Aufrufen aufzubauen. Mein Wunsch ist es die Menschen zu erreichen und in den Kommentaren zu sehen, dass sie wieder einen anderen Blickwinkel haben als ich. Viele Aufrufe, sind schon schön und wenn diese Zahl konstant bleibt, gibt mir das auch eine positive Rückmeldung, aber dass soll kein Motivator für mich sein.

Ein Blog ist kein offengelegtes Tagebuch, auch ist es keine persönliche Tageszeitung. Ich mache hier keinen auf "Wer mit Wem" und "Hier und da sieht man Zeichen für eine Schwangerschaft". Mit dem Zitat: "In deutschen Kneipen muss es laut Gesetz immer ein günstigereres Getränk als ein Alkoholisches geben. Ich fordere dieses Gesetzt in modifizierter Form auch für Zeitungsverkaufstellen.... es sollte immer eine günstigere Zeitung geben, als die Bild!" möchte ich mich klar von solchen "medialen" Formaten distanzieren. Als ich 11 Jahre alt war, bildete ich mir ein, ich müsste ein Tagebuch führen. Drei Tage, und dann kam dem Datum nach 14 Tage später ein kurzer Entschuldigungseintrag mit der Beichte keine Lust mehr zu haben, das Buch weiter zu füllen.

Wenn man sich entscheidet der Riege der Blogger beizutreten wird man schnell merken, dass man seinen eigenen Alltag auch anders, bewusster erlebt. Man macht sich mehr Gedanken über Themen, welche so im SmallTalk im normalen Leben flöten gehen und bezieht Stellung. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man die Eindrücke, welche täglich auf einen einprasseln kritischer und bewusster angeht.

Letztendlich, wenn alle Gedanken zu einem Thema, wie zum Beispiel diesem hier, zu endegedacht sind, schreibt der Blogger darüber. Selbst unter dem Schreiben, kommen neue Ansichten und Eindrücke dazu. Genial. Man stillt damit sein Bedürfnis, die Welt mit seinen Publikationen ein bisschen mehr an zuschieben. Der Schneckengeschwindigkeit der Erde einen Schubs geben. Ein Blogger schreibt einen Gedanken nieder und schließt ihr somit für sich ab. Es kann ihn jederzeit wieder aufgreifen, aber er macht seinen Kopf für neues frei. Für ein neues Thema für seinen Blog. Dem Blogger liegen seine Leser am Herzen. Wie sonst sollte man die Uhrzeit dieses Eintrages erklären. Guter Content ist das Stichwort in der BloggerSzene. Bloß ist dieser meinem Eindrucknach rahr, beziehungsweise schwer zu finden.

Wenn man den Content von RTL, Sat1, Pro7 am Nachmittag oder den Content von RTL2 über den ganzen Tag ansieht, sollte man sofort wieder wegsehen. Es ist grauenhaft, was da dem Zuschauer angetan wird. Aber das Thema ist einem eigenen Blogeintrag würdig. Sofern dieser Eintrag lange nicht kommen mag, warum auch immer, befolgt einfach meinen Rat des Boykotts von stupiden Fernsehformaten bis hin zu DSDS, FernsehJungel, Heidis Models, IdiotenTalkShows und RealLifeSoaps der oben genannten Sender. Sender mit Anrufspielen werde ich bewusst nicht erwähnen. Diese verdienen einen noch stärkeren Boykott.

Blogger sind Revoluzzer: Blogger sind Querdenker: Blogger sind Meinungsbilder: Blogger sind Blickwinkelwechsler.

Genug vom ersten Os ethmoidale. Nun steigen wir wieder aus den Untiefen des Siebbeines und wenden uns wieder dem Alltag zu. Zeit das Gedankengut eines Bloggers in die Welt zu tragen. Wenn ich das Thema mal wieder aufgreife schreiten wir zur Rhinoskopie voran. Freue mich schon darauf.



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